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Zonisamid

Handelsname:

Zonegran®

Wirkmechanismus:

Verminderung schnell repetitiver Entladungen an spannungsabhängigen Natrium- und Kalzium-Kanälen. Carboanhydrasehemmung.

Indikation:

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien mit und ohne sek. Generalisierung im Erwachsenenalter.

Kontraindikation:

Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide oder sonstige Bestandteile.

Dosis:

Erwachsene: 300-500 mg

Aufdosierung:

Zunächst 50 mg/Tag auf 2 Tagesdosen verteilt. Nach einer Woche Steigerung auf 100 mg (2x50 mg) möglich, danach wöchentliche Steigerung um bis zu 100 mg.

Medikamentöse Interaktionen:

Keine bzw. geringfügige Hemmung der Cytochrom-P450-Isoenzyme; Substanzen, die CYP3A4 sowie N-acetyl-Transferase induzieren oder inhibieren, können die Pharmakokinetik von Zonisamid beeinflussen. Insbesondere Rifampicin kann die Wirkung von Zonisamid abschwächen. Wechselwirkungen mit Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin sind vermutlich klinisch nicht relevant.
Wechselwirkungen mit Carboanhydraseinhibitoren wie Topiramat können nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko von Nierensteinen ist leicht erhöht, insbesondere in Kombination mit Medikamenten, die dieses ebenfalls erhöhen.

Nebenwirkungen:

 

Häufig Selten / sehr selten
Gewichtsverlust Nierensteine
Ataxie, Schwindel Blutbildveränderungen
Schläfrigkeit Metabol. Azidose
Durchfälle / Magen-Darm-Probleme Pankreatitis
Aufmerksamkeitsstörungen Psychiatrische Störungen


Kommentar:

Zonisamid ist das derzeit neueste Medikament im Bereich der Antikonvulsiva auf dem deutschen Markt, ist aber schon seit 1989 in Japan und seit 2000 in den USA zugelassen. Es zeigt eine gute Wirksamkeit bei fokalen (herdförmigen) Epilepsien. Von Patienten, die bislang mit anderen Medikamenten nicht hinreichend kontrollierte Epilepsien haben, können ca. 7% anfallsfrei werden, bei 40% kommt es zu einer deutlichen Besserung der Anfälle. Es ist derzeit nur für die Behandlung bei Erwachsenen zugelassen. Einer der Hauptvorteile von Zonisamid ist, dass es zu wenigen pharmakokinetischen Interaktionen mit anderen Antikonvulsiva oder anderen Medikamenten kommt. Das heißt, dass die Dosierung von anderen Medikamenten nicht angepasst werden muss und erleichtert die Handhabung. Zudem wird es über die Nieren ausgeschieden, nicht über die Leber. Daher zeigt es im Hinblick auf die Pharmakokinetik eine sehr gute Charakteristik.
Zonisamid ist daher in der Kombinationstherapie ein geeigneter Partner zur Ergänzung eines Standardmedikamentes.
Die Nebenwirkungen sind zumeist nicht stark ausgeprägt und schwächen sich bei längerer Einnahme oft ab. Eine Kontraindikation besteht derzeit bei Schwangeren, da über das teratogene Potential von Zonisamid keine hinreichenden Daten vorliegen; es wird eine sichere Verhütung bis einen Monat nach Beendigung der Einnahme von Zonisamid empfohlen.


 

Vorteile Nachteile
hohe Wirksamkeit derzeit keine Monotherapie
gute pharmakokinetische Eigenschaften nur bei fokalen Epilepsien indiziert
gut kombinierbar derzeit nur für Erwachsene zugelassen


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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