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Frontallappen-Epilepsie

Zentraler Ursprung

Kontralaterale, klonische Konvulsionen einzeln oder in Serien, seltener kontralaterale, tonische Phänomene oder kontralaterale negativ motorische Phänomene (plötzliche Lähmungen). Je nach topografischer Zuordnung ist bei parasagittal gelegenem Herd eher das Beinareal, bei mittlerem zentralen Herd das Handareal und bei zentro-lateraler Lage des Herdes das Gesichtsareal betroffen. Die Anfälle können sich als „Jacksonian March“ von einer Körperregion auf Nachbarregionen ausbreiten, eine gesamte Körperhälfte erfassen und sind zumeist senso-motorisch. Bei längerer Anfallsdauer (>30 Sekunden) findet sich postiktal eine kontralaterale Parese/Plegie (Todd’sche Lähmung).

Supplementär-motorischer Ursprung

Häufige (mehrere pro Tag), kurze (5–30 Sekunden währende) Anfälle ohne oder mit nur geringfügiger Bewusstseinsstörung und Einnahme einer tonischen Haltungsschablone als Leitsymptom; Beginn und Ende abrupt, keine postiktale Umdämmerung, Spracharrest oder auch Vokalisationen kommen vor, selten hypermotorischer Verlaufstyp mit bizarren Automatismen, Auftreten häufig aus dem Schlaf heraus.

Fronto-cingulärer Ursprung

Abrupter Beginn wie auch abruptes Ende, häufig unvollständige Bewusstseinsstörung, komplexe, teilweise bizarre Ganzkörperautomatismen mit zum Teil hypermotorischem Verlaufstyp, Auftreten von Sprachautomatismen oder Spracharrest, Dauer: zumeist nur wenige Sekunden, Frequenz: zumeist mehrfach täglich.

Fronto-lateraler Ursprung

Initiale und isolierte konjugierte Bulbusdeviation nach kontralateral, z. T. Fechterstellung mit Elevation des kontralateralen Armes in die Horizontale, in der sprachdominanten Hemisphäre Spracharrest oder Sprachklonien. Dauer: zumeist <1 Minute, keine oder geringe Bewusstseinsstörung und Amnesie für das Ereignis.

Prämotorischer Ursprung

Charakteristisch sind lang anhaltende, perseverierte, komplexe Automatismen wie z. B. Schaukelbewegungen des Körpers (Body-Rocking) oder perseverierte Reibebewegungen oder Klatschen in die Hände, dabei unvollständige Bewusstseinsstörung mit teilweise erhaltener Kooperativität im Anfall, z. T. Versivbewegungen und bilaterale Tonisierungen. Dauer: 10–60 Sekunden, Frequenz: ca. 5–30 pro Monat.

Fronto-polarer, fronto-orbitaler Ursprung

Beginn und Ende allmählich, zum Teil epigastrische oder olfaktorische Aura, meist vollständige Bewusstseinsstörung und Amnesie für das Ereignis, ausgeprägte Perseverationstendenz, komplexe motorische Ganzkörperautomatismen, frühes Einnässen, häufiger Übergang in temporalen Typ mit starrem Blick und Arrest, z. T. lang anhaltende, postiktale Umdämmerungen. Dauer: 30–180 Sekunden, Frequenz: häufig 5–15/Monat.


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de/html/privatpraxis.html

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