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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Therapiemonitoring

Zur Therapieüberwachung werden klinische Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Die Intervalle werden dem Bedarf angepasst und betragen während der Ersteinstellung oder medikamentösen Umstellung ca. 4 Wochen, danach bei intensivem Beratungsbedarf oder hoher Anfallsfrequenz ca. 1–3 Monate, nach Erreichen einer stabilen, zufrieden stellenden Behandlungssituation ca. 3–6 Monate. Im Vordergrund steht die jeweilige Neubeurteilung der Anfallssituation. Von daher ist das Führen eines Anfallskalenders obligat. Das Erreichen anderer Behandlungsziele wie z. B. psychosozialer Verbesserungen ist ebenfalls konstanter Bestandteil des Therapiemonitorings. An apparativen Untersuchungen werden EEG-Kontrollen und Kontrollen der Serumspiegel der Antikonvulsiva durchgeführt. Beide Methoden sind jedoch in ihrer Bedeutung nicht zu überschätzen. So korreliert der Nachweis epilepsietypischer Potentiale im EEG nur bei den idiopathisch generalisierten Epilepsien eng mit der Anfallssituation. Bei Epilepsien fokalen Ursprungs ist die Korrelation sehr viel geringer. Die wichtigsten Indikationen zur Serumspiegelbestimmung sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben.

 

Indikationen zur Serumspiegelbestimmung
1. Compliance-Kontrolle (insbesondere bei Neueinstellungen)
2. Änderung der antikonvulsiven Begleitmedikation
3. Bestimmung der Dosierungsreserve nach oben
4. Nachweis oder Zuordnung von Nebenwirkungen oder Intoxikationszeichen
5. Abschätzungen von Interaktionen bei Polytherapie
6. Anpassung der Dosis während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung
7. Anfallsrezidiv nach langer Anfallsfreiheit
8. Anpassung der Dosis nach stattgehabter Autoenzyminduktion (z. B. bei Carbamazepin)
9. Schwere anders geartete Erkrankung

 

Laborchemische Untersuchungen des Blutbildes, der Leberenzyme, der harnpflichtigen Substanzen und der Serumelektrolyte sollten anfänglich bei jeder klinischen Kontrolle durchgeführt werden. Ist eine stabile Behandlungssituation erreicht und wurden bisher keine Auffälligkeiten festgestellt, so können laborchemische Kontrollen in größeren Abständen (z. B. 6 Monate) durchgeführt werden. Bei der Einstellung auf Felbamat müssen in den ersten 6 Monaten 14-tägige Kontrollen der Leberenzyme und des Blutbildes durchgeführt werden.

Die im Abschnitt „Pharmakokinetik“ des Kapitels „Antikonvulsiva“ angegebenen „mittleren“ Plasmakonzentrationen stellen lediglich einen ersten Zielbereich dar. Therapiert wird individuell nach Wirksamkeit und Verträglichkeit. Bei Therapieresistenz können die mittleren Plasmakonzentrationen überschritten werden, bis nicht mehr tolerable Nebenwirkungen auftreten. Erst dann ist das Medikament ausdosiert. Die Bestimmungen erfolgen möglichst medikamentennüchtern oder zu vergleichbaren Tageszeiten. Klinisch nicht relevant sind Serumspiegelbestimmungen bei Benzodiazepinen, Vigabatrin, Tiagabin, Gabapentin, Pregabalin, Zonisamid und Oxcarbazepin.



Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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