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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Reserveantikonvulsiva

Acetazolamid

Handelsname:

Diamox

Wirkmechanismus:

Carboanhydrasehemmung

Indikation:

Therapieresistente Anfälle fokalen Ursprungs, Epilepsiesyndrome mit der Ätiopathogenese Ionenkanalerkrankung

Dosis:

Erwachsene: 3–4 x 250 mg/Tag
Kinder: 1–2 x 250 mg/Tag

Nebenwirkungen von Acetazolamid

Dyspnoe, Tachypnoe
Parästhesien
Hypocalcämie
Nierensteinbildung
Hyperglycämie
Überempfindlichkeitsreaktionen
Verwirrtheit
Herzrhythmusstörungen

Kommentar:

Acetazolamid zeigt eine Wirksamkeit bei Ionenkanalerkrankungen. Da neueste Erkenntnisse darauf hinweisen, dass es sich bei einigen epileptischen Syndromen um Ionenkanalerkrankungen handelt, ist nach Ausschöpfung anderer antikonvulsiver Behandlungsmöglichkeiten ein Therapieversuch mit Acetazolamid indiziert.

Brom

Handelsname:

Dibro-Be

Wirkmechanismus:

Stärkung der GABA-ergen Inhibition

Indikation:

 generalisierte tonisch-klonische Anfälle

Dosis:

Erwachsene: 2–4 Tbl. à 850 mg
Kinder: 40–60 mg/kg/Tag
Kleinkinder: 50–70 mg/kg/Tag

Nebenwirkungen von Brom:

 

Häufig Selten
Bromakne exogene Psychose
Sedierung  
Konzentrationsstörung  
Bromoderm  
Appetitlosigkeit  
gastrointestinale Störungen bis hin zum Ulcus ventriculi  

 

Kommentar:

Brom war das erste wirksame Antikonvulsivum und wurde bereits im letzten Jahrhundert eingesetzt. Wegen einer sehr langen Halbwertszeit (4–7 Tage) kann das Erreichen eines Steady States erst nach 6- bis 8-wöchiger Applikation angenommen werden. Dies erschwert die Steuerung des Medikamentes.

Piracetam

Handelsname:

Nootrop

Wirkmechanismus:

unbekannt

Indikation:

therapieresistente generalisierte Myoklonien

Dosis:

10–30 g/Tag

Nebenwirkungen von Piracetam:

keine wesentlichen

Kommentar:

Unkontrollierte Studien weisen auf eine Wirksamkeit hoher Dosen von Piracetam bei epileptischen Syndromen mit generalisierten Myoklonien hin (z. B. progrediente Myoklonus-Epilepsien). Der Verlauf der Grunderkrankung wird hierdurch nicht beeinflusst.



Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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