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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Benzodiazepine

Substanzen (Handelsnamen): Clobazam (Frisium®), Clonazepam (Rivotril®), Diazepam (Valium®), Lorazepam (Tavor®), Midazolam (Dormicum®)

Wirkmechanismus:

Anlagerung an spezifische Benzodiazepin-Rezeptoren in Assoziation zum GABA-Rezeptor

Indikationen:

  • Status epilepticus
  • Unterbrechung von Anfallsserien
  • Unterbrechung prolongierter Fieberkrämpfe
  • erhöhter Schutz während der antikonvulsiven Aufdosierungs- und Umstellungsphase eines anderen Antikonvulsivums
  • perimenstruell bei streng menstruationsgebundenen Anfällen

Kontraindikationen:

Positive Suchtanamnese

Dosis:

Erhaltungsdosis Erwachsene:

Clobazam 10–40 mg/Tag, Clonazepam 1–6 mg/Tag, Diazepam 10–40 mg/Tag, Lorazepam 1–7,5 mg/Tag, Midazolam 3,5–7,5 mg/Tag

Erhaltungsdosis Kinder:

Clonazepam 0,05–0,1 mg/kg/Tag, Clobazam 0,5–1 mg/kg/Tag, Diazepam 5–10 mg/Tag, Lorazepam 0,05–0,1 mg/kg/Tag

Aufdosierung Erwachsene und Kinder:

Zunächst auf 50 % der Höchstdosis einstellen und bei Bedarf schrittweise erhöhen. Benzodiazepine können schnell und bei Bedarf schon am ersten Tag in der Höchstdosis appliziert werden, wirken dann allerdings sedierend.

Interaktionen mit anderen Medikamenten:

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral wirksamer Substanzen, wie z. B. von Neuroleptika oder Morphinen, kommt es zu einer Verstärkung der Sedierung. Gleiches gilt für Alkohol.

Nebenwirkungen:

Selten in hoher Dosis Sedierung oder bei rascher i.v.-Applikation Atemdepression, Toleranzentwicklung, mögliche Wesensänderung bei Langzeitanwendung, muskuläre Hypotonie, Hypersekretion der Speichel- und Bronchialdrüsen

Kommentar:

Benzodiazepine haben ein sehr hohes antikonvulsives Potential. Ihre Langzeitanwendung ist wegen der häufigen Toleranzentwicklung nach mehrmonatiger Einnahme und des Abususpotentials limitiert. Intoxikationen werden zumeist im Rahmen von Suizidversuchen beobachtet und können mit Flumazenil spezifisch antagonisiert werden.

Zusammenfassung

Vorteile Nachteile
hohe Wirksamkeit Abususpotential
geringe Nebenwirkungsrate Toleranzentwicklung
Breitspektrumantikonvulsiva Sedierung in hohen Dosen
große therapeutische Dosierungsbreite  
geringe Interaktionen  
Antagonisierbarkeit  


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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