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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Felbamat

Handelsname:

Taloxa®

Wirkmechanismen:

Reduktion der Glutamat-ergen Exzitation

Verstärkung der GABA-ergen Inhibition

Indikation:

Behandlung des anderweitig medikamentös therapieresistenten Lennox-Gastaut-Syndroms ab dem 4. Lebensjahr, Reservepräparat bei Multitherapieresistenz mit individuellem Behandlungsvertrag

Kontraindikationen:

Bekannte hämatologische oder hepatologische Erkrankungen

Dosierung/Aufdosierung:

Die Eingangsdosis beträgt 600 mg/Tag (Kinder ab 4 Jahre: 7,5 mg/kg/Tag). In Abständen von 14 Tagen soll jeweils um 600 mg/Tag (Kinder 7,5 mg/kg/Tag) bis zu einer Höchstdosierung von 3600 mg/Tag (Kinder 45 mg/kg/Tag) erhöht werden.

Medikamentöse Interaktionen:

Felbamat erhöht die Serumkonzentrationen von Phenytoin, Carbamazepin(epoxid) oder Valproinsäure um 20–35 %, so dass diese Antikonvulsiva entsprechend schrittweise reduziert werden müssen, um Intoxikationen zu vermeiden. Umgekehrt ist nach Absetzen des Medikamentes an eine Erhöhung dieser Antikonvulsiva zu denken. Als Enzyminduktor verringert Felbamat die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva.

Nebenwirkungen:

Häufig Selten
Kopfschmerzen aplastische Anämie (zum Teil letal)
Übelkeit akutes Leberversagen (zum Teil letal)
Erbrechen Exanthem
Anorexie Überempfindlichkeitsreaktionen
Gewichtsabnahme Stevens-Johnson-Syndrom
Schlafstörungen anaphylaktischer Schock

 

Kommentar:

Nach der Dauerbehandlung von etwa 100000 Epilepsiepatienten in den USA wurden 32 Fälle von aplastischer Anämie registriert, von denen 10 Patienten verstarben, und 19 Fälle mit akutem Leberversagen, von denen 5 Patienten verstarben. Dies führte zur obigen eingeschränkten Indikation. Bei der derzeitigen unklaren Datenlage werden 14-tägige Blutbild- und Leberenzymkontrollen während des ersten Vierteljahres nach Behandlungsbeginn und hiernach in 4-wöchigen Abständen empfohlen. Felbamat sollte nur durch den epileptologisch erfahrenen Neurologen/Neuropädiater eingesetzt werden.

Zusammenfassung:

 

Vorteile Nachteile
Wirksamkeit beim
Lennox-Gastaut-Syndrom
Hepatotoxizität
gute Wirksamkeit bei fokalen Epilepsien Induktion aplastischer Anämien
  komplizierte Interaktionen mit anderen Antikonvulsiva
  eng eingegrenzte Zulassung


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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