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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Lamotrigin

Handelsname:

Lamictal®, Lamotriax® (Homepage: www.temmler.de)

Wirkmechanismus:

Hemmung des spannungsabhängigen Natriumkanals.

Zusätzlich:

Reduktion der exzitatorischen, Glutamat-ergen synaptischen Übertragung.

Indikationen:

Breitspektrum-Antikonvulsivum, das für die Behandlung von Anfällen fokalen Ursprungs zugelassen ist, aber auch eine gute Wirksamkeit bei idiopathisch generalisierten Epilepsien besitzt.

Kontraindikationen:

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Lamotrigin

Dosis:

Bei Lamotrigin-Monotherapie:

Erhaltungsdosis Erwachsene: 100–300 mg/Tag

Erhaltungsdosis Kinder: 0,5–5 mg/kg/Tag (noch keine Monotherapie-Zulassung)

Aufdosierung Erwachsene: während Behandlungswochen 1 und 2: 25 mg/Tag, Wochen 3 und 4: 50 mg/Tag, dann alle 2 Wochen um 25–50 mg/Tag erhöhen.

Aufdosierung Kinder: aktuell noch keine Zulassung; mit individuellem Behandlungsvertrag: initial 0,5 mg/kg/Tag, bei Bedarf schrittweise Steigerung um 1 mg/kg/Tag, alle 2 Wochen bis auf maximal 5 mg/kg/Tag erhöhen.

Bei Zusatztherapie mit Enzyminduktoren (CBZ, PHT, PB):

Erhaltungsdosis Erwachsene: 200–700 mg/Tag

Erhaltungsdosis Kinder: 5–10 mg/kg/Tag

Aufdosierung Erwachsene: Behandlungswochen 1 und 2: 50 mg/Tag, Erhöhung um 50 mg/Tag alle 2 Wochen, ab 200 mg/Tag ist eine Erhöhung in 100-mg-Schritten alle 2 Wochen möglich.

Aufdosierung Kinder: initiale 2 Behandlungswochen: 2 mg/kg/Tag, alle 2 Wochen um 2–3 mg/kg/Tag erhöhen, Maximaldosis: 400 mg/Tag

Bei Komedikation mit Valproinsäure (oder anderen Enzyminhibitoren):

Erhaltungsdosis Erwachsene: 100–300 mg/Tag

Erhaltungsdosis Kinder: 1–5 mg/kg/Tag

Aufdosierung Erwachsene: initiale 2 Behandlungswochen: 12,5 mg/Tag, Wochen 3 und 4: 25 mg/Tag, danach alle 2 Wochen um 25 mg/Tag erhöhen bis zunächst 100 mg/Tag, hiernach bei Bedarf alle 2 Wochen um 25–50 mg erhöhen bis Maximaldosis 300 mg/Tag.

Aufdosierung Kinder: initial 0,2 mg/kg/Tag, in Behandlungswochen 3 und 4: 0,5 mg/kg/Tag, danach alle 2 Wochen um 0,5 –1 mg/kg/Tag erhöhen bis Maximaldosis 200 mg/Tag.

Medikamentöse Interaktionen:

Während die hepatischen Enzyminduktoren Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital die Halbwertszeit von Lamotrigin halbieren wird diese bei Comedikation mit dem Enzym-Inhibitor Valproinsäure auf etwa 60 Stunden verdoppelt. Von daher ergibt sich eine starke Abhängigkeit der Erhaltungsdosierung und Aufdosierung von der Comedikation (siebe oben).
Neuere Untersuchungen zeigten, dass Lamotrigin mit der "Pille" wechselwirken kann, so dass sowohl der Spiegel des Lamotrigin als auch der Hormonspiegel der "Pille" gesenkt werden können, und dass die verhütende Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Lamotrigin daher nicht mehr in jedem Fall als gesichert angesehen werden kann.

Nebenwirkungen:

Häufig Selten
allergisches Exanthem besonders
im Kindesalter und bei rascher Eindosierung
Schwindel
  Ataxie
  Doppelbilder
  Lyell-Syndrom oder Stevens-Johnson-Syndrom
  Verhaltensstörungen
  Schlafstörungen

 

Zusammenfassung:

Vorteile Nachteile
hohe Wirksamkeit langsame Aufdosierung
Breitspektrum-Antikonvulsivum hohe Allergierate bei schneller Aufdosierung
geringe Nebenwirkungsrate z. T. komplizierte Pharmakokinetik bei Kombinationsbehandlungen
keine Sedierung
keine kognitiven Störungen
keine i.v.-Applikationsform


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de

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