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Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel

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Phenytoin

Handelsnamen:

Epanutin®, Phenhydan®, Zentropil

Wirkmechanismus:

Hemmung schnell repetitiver Entladungen am spannungsabhängigen Natriumkanal

Indikation:

Anfälle fokalen Ursprungs, Status epilepticus

Kontraindikationen:

Bekannte Phenytoin-Überempfindlichkeit, schwerwiegende Phenytoin-induzierte Nebenwirkungen wie z. B. Kleinhirnatrophien, des Weiteren: Leukopenie, AV-Block 2. und 3. Grades

Dosis:

Erwachsene: 200–350 mg/Tag oder 3–5 mg/kg/Tag
Kinder: 5–7 mg/kg/Tag

Aufdosierung:

Kann zumeist ohne Probleme auch oral innerhalb weniger Tage aufdosiert werden.
Wegen der Halbwertszeit kann Phenytoin in ein- oder zweimal täglichen Gaben appliziert werden.

Medikamentöse Interaktionen:

Phenytoin ist ein hepatischer Enzyminduktor und senkt die Serumkonzentrationen von z. B. Carbamazepin, oralen Contrazeptiva oder Glucocorticoiden. Durch Vigabatrin wird die Phenytoin-Konzentration um ca. 25 % abgesenkt. Der Phenytoinspiegel ist bei gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulantien, Disulfiram, Isoniazid, Sultiam und Sulfonamiden erhöht.

Nebenwirkungen:

Häufig Selten
Virilisierung mit Hirsutismus Osteopathie
allergisches Exanthem Lymphadenopathie
Gingivahyperplasie Vergröberung der Gesichtszüge
Schwindel Kopfschmerzen
Ataxie, Tremor,
Nystagmus (dosisabhängig)
Störungen der Hämatopoese
Kleinhirnatrophie  
Akne  

 

Kommentar:

Phenytoin besitzt dasselbe Wirkspektrum und denselben Wirkmechanismus wie Carbamazepin. Es zeichnet sich jedoch durch eine höhere Rate von Langzeitnebenwirkungen und eine etwas geringere Wirksamkeit gegenüber komplex-partiellen Anfällen aus, so dass von vielen Epileptologen heute Carbamazepin bei der Behandlung fokal induzierter Epilepsien bevorzugt wird. Da Phenytoin i. v. applizierbar ist, lässt es sich in der epileptologischen Notfallsituation rasch auftitrieren. Insbesondere von Frauen werden Virilisierungserscheinungen wie Hirsutismus und Bartwuchs als kosmetisch störend empfunden. Die nicht seltene Gingivahyperplasie lässt sich durch konsequente Zahnhygiene minimieren. Wenn neurologische Zeichen einer Kleinhirnatrophie nach mehreren Monaten bis mehreren Jahren Behandlung auftreten oder diese kernspintomografisch nachweisbar werden, muss das Mittel abgesetzt werden.

Zusammenfassung:

Vorteile Nachteile
gute Wirksamkeit bei fokalen Epilepsien schwerwiegende Langzeitnebenwirkungen (Virilisierung, Kleinhirnatrophie)
rasche i.v. Aufdosierung hepatische Enzyminduktion
zumeist gute Verträglichkeit
günstiger Preis
 


Zur neurologischen Privatpraxis Prof. Dr. Hufnagel: http://www.neuro-consil.de/html/privatpraxis.html

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